Die Hanffaser - Nachhaltiges Comeback in der Textilwelt

Der Ein oder Andere mag bei diesem Thema etwas schmunzeln. Schließlich wird Hanf eher selten in Verbindung mit der Herstellung von Textilien erwähnt. Aber die exotische Pflanze mit dem zweifelhaften Ruf ist tatsächlich ein nachhaltiger Rohstoff für die Textilindustrie.

Der Ein oder Andere mag bei diesem Thema etwas schmunzeln. Schließlich wird Hanf eher selten in Verbindung mit der Herstellung von Textilien erwähnt. Aber die exotische Pflanze mit dem zweifelhaften Ruf ist tatsächlich ein nachhaltiger Rohstoff für die Textilindustrie. Gerade jetzt, wo die Sorge um Plastik und synthetische Fasern in unseren Köpfen verankert ist. Mit Hanf lassen sich nachhaltige Alternativen schaffen!


Vielseitiges Material mit langer Tradition

Ursprünglich war Hanf wahrscheinlich in Zentralasien beheimatet. Durch die Nutzung und Verbreitung durch den Menschen ist Hanf mittlerweile jedoch weltweit in gemäßigten und tropischen Gebieten zu finden.
Funde in China zeigten, dass dort schon um 2800 v. Chr. Hanffasern zur Herstellung von Seilen verwendet wurden. In Europa fand man das älteste Stück Hanftextil in einem keltischen Grabhügel in der Nähe von Stuttgart. Dort lag es seit etwa 500 v. Chr
In der Schifffahrt ist Hanf seit Jahrhunderten sehr beliebt. Segel, Flaggen, Seile und Uniformen wurden daraus gefertigt. Bis ins 19. Jahrhundert waren Hanffasern außerdem ein wichtigster Rohstoff zur Herstellung von Kleidung. Obwohl Hanffasern sehr fest sind, lassen sie sich zu weichen und glänzenden Garnen spinnen. Daraus wurden früher hautfreundliche Hemden, Blusen und Strümpfe und sogar Tischdecken gefertigt.



Konkurrenz durch Baumwolle

Ende des 19. Jahrhunderts begann dann die Mechanisierung der Baumwollspinnerei und Hanf und die meisten anderen Fasern wurden zunehmend vom Textilmarkt verdrängt. Dass der Anbau von Hanf 1924 in Europa verboten wurde, war für die Pflanze mit den reißfesten Fasern ein weiterer Schlag. Seit 1990 darf Nutzhanf zumindest in Deutschland wieder angebaut werden. Natürlich nur unter gewissen Auflagen. China ist uns einen Schritt voraus, wenn es um den Anbau von Hanf geht. Dort wurde die industrielle Nutzung der Pflanze nie verboten. Aus diesem Grund macht China derzeit über 50 % der weltweiten Hanfproduktion aus.


Rückkehr und Umweltvorteile

Langsam erlebt der Hanf in der Texilproduktion sein Comeback. Große Marken wie Adidas, Quiksilver und Patagonia haben ihrem Sortiment bereits Produkte aus Hanf hinzugefügt. Ralph Lauren hat aus Hanf hergestellte Abendkleider und Militärjacken im Programm. Marken wie Hemp Authority haben sich dagegen ganz auf Kleidung und Zubehör aus Hanf spezialisiert.


Seine erneut wachsende Beliebtheit hat der Hanf seinen Umweltvorteilen und seiner hohen Qualität zu verdanken. Hanffasern gehören zu den langlebigsten Naturfasern der Welt und lassen sich auch dank ihrer Reißfestigkeit zu spitzen Produkten weiterverarbeiten.
Im Vergleich zu Baumwolle verbraucht Hanf im Anbau bis zu 80% weniger Wasser. Auch werden beim Anbau keine Pestizide oder Herbizide eingesetzt. Hanf ist in der Lage sich selbst vor Unkraut zu schützen. Der starke Geruch der Pflanze hält Parasiten und Insekten fern.
Auch was den Boden angeht ist die Pflanze anspruchslos und wächst auf nahezu jedem Feld. Nach nur 4 Monaten Wachstum erreicht Hanf dann eine Länge von 4 bis 6 Metern. Das macht sie zu einer der am schnellsten wachsenden Pflanzen der Welt.
Da ist es dann auch nicht mehr verwunderlich, dass der Ertrag an Fasern dreimal so hoch ist wie bei Baumwolle.


Auch, wenn wir im Westen den Nutzhanf noch skeptisch betrachten, ist er doch ein nachwachsender Rohstoff mit Zukunft. Mit ihm können wir unsere Textilien umweltschonend produzieren und hautfreundliche Kleidung herstellen. Auch zur Herstellung von Nahrungsmitteln und Medizin ist er geeignet. Wenn wir das Potential der Hanfpflanze wiederentdecken, hält erneut ein zuverlässiger Helfer Einzug in viele Bereiche unseres Lebens.

 

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